Kicker-Sven: Wie ein Mann zur Legende am Tischkicker wurde

Es gibt Namen, die ein ganzes Hobby prägen. Kicker-Sven ist so ein Name. In dunklen Studentenkneipen, lauten Jugendzentren oder auf Vereinsmeisterschaften – sein Spitzname rauscht meist eine Tischkante weiter, bevor der Ball überhaupt ein Tor gesehen hat. Aber was steckt hinter diesem Phänomen?

Mit elf Jahren soll Sven sein erstes Spiel absolviert haben. Nach der Schule, statt Mathehausaufgaben, wartete das altehrwürdige Kickergerät im Gemeinschaftsraum. Seine Mutter fluchte noch, als der Sohn immer öfter zu spät zum Abendbrot erschien. Doch Sven war verloren – im positiven Sinne. Ballführung, Passspiel, Torjubel: Alles wurde zur zweiten Natur.

Sven war kein Alleskönner, aber ein Tüftler. Seine Freunde erzählen heute noch, wie er mit Kronkorken experimentierte, um der Stange mehr Grip zu verleihen. Seine berühmte „Flipper-Technik“ wurde immer wieder kopiert, doch nie erreicht. Die erste Trophäe folgte mit 16 beim Hamburger Jugendturnier. Damals ahnte niemand, dass daraus eine kleine Legende wachsen würde. Sven reiste durch Deutschland, nahm an Landesmeisterschaften teil, schloss schnell Freundschaften und sammelte Know-how.

Wieso wurde Kicker-Sven ein Experte? Ehrgeiz und Neugier, klar. Aber auch sein offenes Ohr für Tipps von alten Hasen am Kickertisch. Egal ob Neuling oder Profi – Sven plauderte stundenlang, tauschte Techniken aus, verteilte Ratschläge. Auf Youtube ging ein Video von ihm viral: „Kicker-Sven erklärt das Jet-Shot“. Inzwischen sind daraus fast 250.000 Aufrufe geworden – und eine kleine Fangemeinde, die sich regelmäßig in Foren und Gruppen mit ihm austauscht.

Doch nicht alles im Leben drehte sich für ihn um das kleine weiße Bällchen. Sven nutzte sein Hobby zur Stressbewältigung. Einmal erzählte er auf einem Workshop: „Beim Kicker vergesse ich den Alltagskram. Ich konzentriere mich nur auf Ball und Figuren. Das hilft mir runterzukommen.“ Praktisch, dass Taktik und Psychologie dabei Hand in Hand gehen. Wer ihn live kennenlernen will, findet ihn oft bei Turnieren im Raum Norddeutschland, oder donnerstags in einer Hamburger Kneipe – meist mittendrin, immer mit einem Lachen auf den Lippen.

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